In unserer Marine Governance Group leisten wir die zentrale Arbeit, die Funktionsweise von Institutionen, Organisationen, Gemeinschaften und Individuen bei der Gestaltung und Steuerung von Meeren und Ozeanen zu erforschen. Um die Funktionsweise von Ökosystemen zu verstehen, bedarf es auch einer Forschung, die die Ausgestaltung und Umsetzung von Governance untersucht – also jene Praktiken und Prozesse, Materialien und Akteure, Netzwerke und Räume, Techniken und Instrumente, die darauf abzielen, maritimen Raum zu ordnen, zu kontrollieren und zu managen.
Unsere Arbeit eint die Auseinandersetzung mit den Logiken, die das Regieren selbst strukturieren: Warum regieren „wir“ so, wie „wir“ es tun? Wer regiert – und wie? Und auf welche Weise könnte Governance anders gestaltet werden – und mit welchen möglichen ozeanischen Zukunftsperspektiven?
Unsere Gruppe greift auf Ansätze aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zurück, um über den Status quo bestehender Governance-Diskurse hinauszublicken und vermeintlich selbstverständliche, naturalisierte Regierungsregime kritisch zu hinterfragen. Wir prüfen die Annahmen, auf denen sie beruhen.
Wir arbeiten eng mit der Marine Policy and Management Group zusammen, die verwandte kritische Interessen an Infrastrukturen des Zugangs, Wissensformen und politischen Praktiken verfolgt. Gemeinsam möchten wir sozialwissenschaftliche Perspektiven am HIFMB und darüber hinaus in marinen Kontexten stärken. Mit der Marine Policy and Management Group teilen wir zudem ein gut ausgestattetes qualitatives Forschungslabor – in Anerkennung dessen, dass sozialwissenschaftliche Forschung grundlegend ist, um die Beziehungen zwischen Menschen und Ozean zu verstehen.
Weitere Informationen zu unserer Gruppe finden Sie unten
Täglich gelangen große Mengen wissenschaftlicher Daten in politische Entscheidungsprozesse. Ein unzureichendes Verständnis davon, wie Governance tatsächlich funktioniert, kann jedoch dazu führen, dass Maßnahmen nicht schützen, sondern unter Umständen Schaden anrichten – sowohl für die Ozeane als auch für jene, deren Leben eng mit ihnen verflochten ist. Unsere Gruppe vereint ein außergewöhnlich breites Spektrum an Expertisen aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, die an der Schnittstelle innovativen Denkens über maritimen Raum arbeiten: Anthropologie, Kunst, Architektur, Humangeographie, Internationale Beziehungen, Marine Raumplanung und Politische Ökologie.
Unsere Arbeit richtet sich auf Governance selbst. Dabei widmen wir uns Theorie und Philosophie – wie bestimmt die Art und Weise, wie wir denken, wie „wir“ regieren (Peters, Gruppenleitung)? Wir untersuchen Macht und Gerechtigkeit – wie wird Governance durch historische Logiken und gegenwärtige Auseinandersetzungen geprägt (Satizábal, Senior Scientist)? Und wir befassen uns mit Planung und Schutz – wie wird die jeweils beste verfügbare Wissenschaft in globale Entscheidungsarenen eingebracht (Teschke, Senior Scientist)? Zudem entwickeln wir ein wachsendes Forschungsinteresse an Kommunikation und Wandel – wie können Kunst-Wissenschaft-Kooperationen Verständnis und Verantwortungsbewusstsein für die Ozeane fördern?
Unsere Forschung ist theoretisch fundiert, empirisch reichhaltig und kreativ innovativ. Sie beleuchtet die oft als selbstverständlich angesehenen Formen, in denen unsere Ozeane organisiert und kontrolliert werden: wie Wissenschaft und Geopolitik Ergebnisse prägen; wie globale Maßnahmen lokale Auswirkungen auf Menschen und Orte, Lebensgrundlagen und Fragen der Gerechtigkeit haben; und wie Menschen selbst als Akteure des Regierens auftreten – durch Verständnis, Verbundenheit und Verantwortung gegenüber dem Ozean.
Unsere Forschung findet sowohl „im Feld“ als auch am Schreibtisch statt und arbeitet vorwiegend mit qualitativen Methoden: Zuhören, Gespräche, Oral History, Ethnographien, Diskursanalysen und mehr. Wir arbeiten mit Gemeinschaften zusammen, kooperieren mit relevanten Organisationen und Behörden und teilen unsere Forschungsergebnisse mit der Öffentlichkeit. Ein Ethos der Fürsorge prägt unsere Arbeit – und unsere Gruppe insgesamt.
Weitere Informationen zu den Projekten, die uns auszeichnen, finden Sie in den Profilen unserer Mitarbeitenden unten.
Möchten Sie mit uns in Kontakt treten? Sie erreichen uns unter: ed.bmfih@ecnanrevogeniram
Save the Date:
Marine Social Science Lecture
Datum: 4. & 5. November 2026
Ort: Oldenburg (Gastvortrag auch online)
Thema: Infrastructuring
Prof. Mia Bennett, politische Geographin an der University of Washington, ist die diesjährige Keynote-Sprecherin.

Unser Team für Marine Governance
Gruppenleitung
Kimberley Peters
Paula Satizábal
Humangeografin
Satya untersuchte in seiner innovativen Forschung die Politik der Schifffahrtsbewegungen, die damit verbundenen Infrastrukturen und die sie umgebenden Umweltkontroversen. Er setzte sich in seiner Arbeit für Gleichheit und Gerechtigkeit ein und begegnete seinen Kollegen mit Humor, Freundlichkeit und Genialität. Als Mitglied der ersten Stunde des Teams wirkt seine Ethik der Fürsorge in der Gruppe weiter.
Möchten Sie mehr über die Menschen und ihre Projekte erfahren? Dann hören Sie sich unsere Podcast-Folgen an:

Jan-Claas – Turning the Tables on the Podcast Host
Kristin – (Finally) Full-Time Science Coordinator
Merdeka – Tinny Perspective Switcher
Soli – on How to Add Emotion to Marine Governance
Solomon – Inventor of the “Bio Ocean”
Sharlene (Alumni) – Searching for Stakeholders in Antarctica and a PhD in Australia
Kimberley – About Fortune, Failure and Something Special
Willkommen zur Mini-Podcastreihe „Social Science Matters“, die der Erforschung der bedeutenden Rolle der Sozialwissenschaften im marinen Umfeld gewidmet ist.

Episode 0: Welcome
Episode 1: What is Social Science and Marine Social Science?
Episode 2: How to Start Thinking About Social Worlds
Episode 3: Before You Go Anywhere! Practical Concerns and the Matter of Ethics
News und Artikel zum Thema
Der Ozean – ein leerer Raum?
Der Ozean wird meist als leerer Raum gesehen, zum Beispiel in Karten, wo er meist als blau schattierte Fläche neben bunten Ländern, Bergen und Tälern, Wäldern und Wüsten, Städten und Straßen dargestellt wird. Dies ist auf die traditionelle Herangehensweise an die Erstellung von Karten und das Nachdenken über Landschaften zurückzuführen (der Hinweis steckt bereits im Begriff), wobei die Menschen so weit wie möglich gehen und über die Dinge schreiben, die sie finden. Der Ozean dagegen ist für den Menschen ein unwirtlicher Ort zum Wandern, nur mit Hilfe von Hilfsmitteln wie Booten ist es möglich, die Küste zu verlassen, wodurch in unseren Köpfen das Bild einer riesigen Wüste entsteht.
Mirrors – Die akustische Reise des Zwergwals
Mirrors ist eine Klanginstallation, die die akustische Reise des Zwergwals auf seinem Weg von der Antarktis nach Namibia verfolgt. In Zusammenarbeit mit dem Künstler und Forscher Geraint Rhys und der Wissenschaftlerin für Meeresakustik Dr. Ilse van Opzeeland wird aufgezeigt, wie sich die Stimme des Zwergwals auf seiner Wanderung durch die Ozeane verändert, wenn er seinen Standort wechselt.
Polar Sounds: Die Klänge der arktischen und antarktischen Meere neu erleben
Polar Sounds ist eine Kunst-Wissenschafts-Kooperation, in der Klangkunstschaffende aus aller Welt 50 Soundclips aus den arktischen und antarktischen Meeren für eigene Kompositionen nutzen konnten. Fast 300 Künstler und Künstlerinnen aus 45 Ländern bewarben sich, um die Möglichkeit zu erhalten, diese Klänge neu zu interpretieren.













