Datum:

4. + 5. November 2026

Ort:

HIFMB
Im Technologiepark 5
26129 Oldenburg
Deutschland

Das Verständnis der Beziehung zwischen Menschen sowie der Bewirtschaftung und dem Management unserer Meere und Ozeane hat sich am HIFMB zu einem bedeutenden Forschungsbereich entwickelt. Möchten Sie mehr über unsere Arbeit zu mariner Governance, Management und Politik erfahren und von einer international führenden Wissenschaftlerin bzw. einem international führenden Wissenschaftler hören, welche zentralen Fragen dieses Forschungsfeld derzeit prägen?

Dann melden Sie sich an und nehmen Sie an unserer zweiten Marine Social Science Lecture zum Thema „Infrastructuring“ teil.

Informationen zu unserer vorherigen Marine Social Science Lecture finden Sie außerdem hier.

Unsere Keynote Rednerin

Prof. Mia Bennett, politische Geografin an der University of Washington

Kritische Fernerkundung im Zeitalter des New Space: Zwischen Macht, Politik und Wissen von oben und unten

Photo: Mia Bennett

Abstract

Weltraum- und luftgestützte Instrumente wie Satelliten und Drohnen sammeln eine rasant wachsende Menge an Bildmaterial. Diese Fernerkundungsdaten werden in einer Vielzahl von Bereichen genutzt – vom Alltag über die Nachrichtenberichterstattung bis hin zu Landwirtschaft sowie militärischen und geheimdienstlichen Operationen – und verstärken damit die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Fernerkundung. Die zunehmende Verbreitung und Anwendung von Fernerkundungsbildern, insbesondere von Satellitenbildern, hat deren Autorität und Akzeptanz gestärkt. Dies gilt auch für die zunehmende räumliche, spektrale und zeitliche Auflösung von Satellitenbildern. Das US-Unternehmen Vantor sammelt inzwischen hochauflösende Bilder (30 Zentimeter) von bestimmten Orten auf der Erde bis zu 15-mal täglich. Dieser kommerzielle Datensatz verdeutlicht den Aufstieg privater Unternehmen in der Satellitenindustrie, die das Monopol der Regierungen auf weltraumgestützte Technologien infrage stellen – ein Monopol, das diese während des Wettlaufs ins All und des Kalten Krieges innehatten. Seit den 1990er Jahren fördern Regierungen wie die USA die Kommerzialisierung von Satellitenbildern. Gleichzeitig müssen sie jedoch den Spannungsbogen zwischen der Förderung technologischer Innovation und Wettbewerbsfähigkeit bewältigen und gleichzeitig versuchen, die Kontrolle über Daten zu behalten, die leicht als Waffe eingesetzt werden können, insbesondere bei Konflikten, sei es zur Zielidentifikation oder zur Verbreitung von Desinformation. Während Satellitendaten zunehmend zu einem öffentlichen Gut werden, wächst zugleich ihre epistemische Macht. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Bedeutung von vor Ort gewonnenem Wissen, sei es durch Feldbeobachtungen von Wissenschaftlern oder durch das Wissen indigener Völker, untergraben wird. Insbesondere in Regionen, in denen die Bedingungen und die Abgeschiedenheit den Zugang vor Ort erschweren, wie z.B. in der Arktis und auf den Ozeanen, wird die Fernerkundung von einer Vielzahl von Interessengruppen, von Wissenschaftlern bis hin zu Nichtregierungsorganisationen, Organisationen indigener Gemeinschaften, Unternehmen, Regierungen und Militärs, zunehmend genutzt. All diese Trends zusammengenommen machen die sogenannte kritische Fernerkundung – ein Teilbereich, der die Aufmerksamkeit auf die politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge der Daten lenkt und sie auf eine Art und Weise nutzt, die Ungleichheiten aufdeckt, andere Formen des Wissens einbezieht und marginalisierte Gemeinschaften stärkt – besonders zeitgemäß und dringend.

Mia Bennett ist Associate Professorin in der Abteilung für Geographie an der Universität von Washington. Sie ist politische Geografin, die sich auf die Geopolitik der Infrastruktur und die kritische Fernerkundung spezialisiert hat. Ihr interdisziplinärer Hintergrund verbindet Geographie, ethnographische Feldforschung, Geodatenanalyse, Kartographie und Fernerkundung. In ihrer Lehre und Forschung untersucht Mia: (1) wie Infrastrukturen und Technologien, Peripherieräume und globale Machtsysteme verändern. (2) Die sozialen, politischen und ethischen Dimensionen von Satellitenbildern und Geodaten in der Umweltpolitik und im territorialen Wandel. Ihre Arbeit befasst sich insbesondere mit der arktischen Geopolitik, der Souveränität indigener Völker und der Art und Weise, wie Infrastruktur und räumliche Technologien die nördlichen Regionen und den Weltraum prägen.

Bevor sie an die Universität von Washington kam, unterrichtete Mia in der Abteilung für Geographie und an der School of Modern Languages and Cultures (China Studies Programme) an der Universität von Hong Kong. Darüber hinaus arbeitete sie an internationalen Forschungsinitiativen zu arktischer Governance, Nachhaltigkeit und Geotechnologien mit, darunter Projekte, die von der National Science Foundation, der Fulbright Arctic Initiative und der British Academy gefördert wurden. Sie ist Gründerin und Herausgeberin von Cryopolitics, einem langjährigen Forschungsblog zu arktischer Geopolitik und Infrastruktur. Außerdem veröffentlichte sie vor kurzem das Buch Unfrozen: The Fight for the Future of the Arctic, das sie gemeinsam mit Klaus Dodds geschrieben hat und in dem sie die miteinander verwobenen Herausforderungen des Klimawandels und des geopolitischen Wettbewerbs in der Arktis untersucht.

Sie hat einen Doktortitel in Geographie von der Universität von California, Los Angeles, einen MPhil in Polarstudien von der Universität von Cambridge und einen BA in Politikwissenschaften und Europäischen Studien von der UCLA. Weitere Informationen und Links zu Veröffentlichungen und Medien unter https://geography.washington.edu/people/mia-bennett.

Programm

Programme

4. November: geschlossener Veranstaltungstag*

*nur für registrierte Teilnehmende

14:00 – 14:30Empfang
14:30 – 15:45Fishbowl Diskussion
(Marine Infrastruktur)
15:45 – 16:15Kaffee & Kuchen
16:15 – 17:45Kamingespräch mit der Gastrednerin
Associate Professor Mia Benett

November 5: Marine Social Science Lecture

10:30 – 11:00Empfang
11:00 – 11:15Begrüßung & Einführung
11:15 – 12:45Keynote Vortrag von Mia Benett
Critical remote sensing in the new space era: Navigating power, politics, and knowledge from above and below
(hybrid)
13:00 – 14:00Mittagessen
14:00 – 15:30Methoden Workshop**
Wie betreiben wir unsere Forschung?
Eine Reflexion der Meeres-Sozialwissenschaftler:innen am HIFMB
**die Teilnahme ist optional

MSSL

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After your registration, you will receive an email with all the information above. We will contact you with further information (e.g. an updated agenda) in due time before the start of the event.

Die Marine Social Science Lecture (MSSL) ist ein Ort der Zugehörigkeit

Die Marine Social Scientists am HIFMB lassen sich von einer Ethik der Fürsorge („ethics of care“) leiten, die die Bedeutung von Empathie, Mitgefühl und Verantwortung in unseren Beziehungen und unserem Umgang miteinander anerkennt. Dasselbe gilt für die Marine Social Science Lecture (MSSL). Wir bemühen uns, ein inklusives und unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem sich alle wertgeschätzt und respektiert fühlen. Um dies zu erreichen, bitten wir alle Teilnehmenden – einschließlich Besucher, Vortragenden, Organisator und Mitarbeitenden – die folgenden Leitlinien einzuhalten.

Freundlichkeit, Respekt und Solidarität

Begegnen Sie allen Menschen mit Freundlichkeit und Respekt. Erkennen Sie die Sichtweisen, Erfahrungen und Gefühle anderer an und berücksichtigen Sie diese. Denken Sie stets über Ihre eigenen Beiträge nach und reflektieren Sie diese. Seien Sie sich Ihrer Position, Privilegien und Perspektiven bewusst. Zeigen Sie Solidarität mit denjenigen, die aufgrund fortbestehender struktureller Ungleichheiten im akademischen Bereich unterrepräsentiert sind, und setzen Sie sich für sie ein.

Inklusive Sprache und Verhalten

Verwenden Sie inklusive Sprache, vermeiden Sie Annahmen und gehen Sie achtsam damit um, wie Sie andere ansprechen. Abwertende oder diskriminierende Bemerkungen aufgrund jeglicher Aspekte von Identität sowie deren Überschneidungen sind absolut und uneingeschränkt inakzeptabel.

Wohlbefinden, Sicherheit und Unterstützung

Wir stellen das Wohlbefinden und die Sicherheit aller Teilnehmenden in den Mittelpunkt und möchten alle Menschen, die an der Veranstaltung teilnehmen, unterstützen und dafür sorgen, dass sie sich wohlfühlen. Wir lehnen Belästigung, Diskriminierung oder unangemessenes Verhalten ab. Wir möchten, dass die MSSL ein sicherer Raum ist. Jegliche Vorfälle können und sollten dem Organisationsteam der Veranstaltung gemeldet werden, das sich dazu verpflichtet, alle Anliegen schnell und sensibel zu bearbeiten. Darüber hinaus werden Mitglieder unseres HIFMB-Teams der „Persons of Trust“ während der Veranstaltung als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen. Außerdem wird es eine „Quiet Zone“ geben.

Ökologische Nachhaltigkeit

Bitte berücksichtigen Sie die Umweltauswirkungen der Veranstaltung und minimieren Sie nach Möglichkeit Abfall sowie den Verbrauch von Ressourcen.

Vielen Dank für Ihr Engagement, diese Werte zu unterstützen und zu einem respektvollen und inklusiven Umfeld beizutragen.

If you have any questions, please contact us at: marine.governance@hifmb.de

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